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Die Kathedrale von Malaga

von María Dolores Arrózpide Liceaga , Malaga 20.2.2005

Es gibt viele Gründe warum ich zur Kathedrale von Malaga ein ganz besonderes Verhältnis habe. Es muß März oder April gewesen sein, als ich mit 17 Jahren das erste Mal nach Malaga kam. Wie alle Touristen haben wir ein Photo nach dem anderen gemacht. Doch gleichzeitig verspürte ich den Drang die Kathedrale und den kleinen angelegten Garten davor, mit den Orangenbäumen, auf ein weißes Blatt zu zeichnen.
Neuneinhalb Jahre später zog ich mit meiner Familie nach Malaga. Hier lebe ich noch heute.

Sevilla - the capital of AndalusiaNie war die "Manquita" für mich eine ganz gewöhnliche Kathedrale mit ihren schlichten, aber imposanten zum Himmel emporragenden Gewölbe und dem zweiten nie fertiggestellten Turm....es scheint, als habe man keine Lust mehr gehabt das Bauwerk zuende zu bringen.
Dennoch ist es das robusteste Bauwerk was in Malaga steht:
im 17. Jhr. hat die "Manquita" ( la manca = die Einarmige ) einem furchtbaren Erdbeben standgehalten und zudem mehrere Brände überlebt. Jetzt, wo sie außen wieder gesäubert ist, sieht sie wieder sehr schön aus.

Die Kathedrale ist prachtvoll ausgestattet: ich bin ergriffen von den Relieffen und der Wärme die von den Steinen ausgeht.
Und ich frage mich: Warum ist die Kathedrale von Malaga eigentlich nicht berühmt?
Doch sie steht einfach da unter der heißen Sonne von Malaga, ohne dass es sie im geringsten interessieren würde, sehr zur Freude der Menschen aus Malaga und der vielen tausend Touristen, welche sie regelmäßig besichtigen kommen.

Am Dienstag der Karwoche, "Martes Santo" machen wir uns in einer kleinen Gruppe von Lehrern und Schülern unserer Sprachschule LEXIS auf den Weg. Wir betreten das Innere der Kathedrale durch den südlichen Nebeneingang, um den Thron der Jungfrau Virgen del Rocio zu sehen.
Doch wir sind nicht die Einzigen die hier eintreten wollen. Tausende von Menschen stehen ebenfalls an und uns verlässt schon fast der Mut.
Schließlich gehen wir langsam und bedächtig an der Jungfrau vorbei. Ihr langer Umhang aus Blumen duftet süßlich.
Durch die Menschenmenge betrachten wir die beeindruckende Szene der Jungfrau Maria und des Jesus Christus: unter den wunderschönen Gewölben stehen sie sich ehrfurchtsvoll gegenüber und sehen einander an.

Nur hier, auf dem gesegneten Boden im Süden Spaniens kann man diese Erfahrung machen.

Meistens entscheidet sich ein Teil die geleitete Gruppe zu verlassen, um sich hinzusetzen und ohne Worte, ganz in Ruhe, die Schönheit der Kathedrale zu genießen.
Glücklicherweise gibt es aber auch immer sehr interessierte oder auch nur höfliche Teilnehmer, welche dem Gruppenführer bis zum Schluß folgen und zuhören.

Der Bischofplatz "Plaza del Obispo", vor der Fassade der Kathedrale, ist einer der einladensten Orte/Ecken der Stadt. Hier kann man sich, sowohl tagsüber als auch spät abends noch, schön hinsetzen, ein Bier trinken oder einen Kaffee, und den Blick auf die Manquita genießen.

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